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Tag 46: Bokor Hill

Heute ging es mit dem Motorroller zum „Bokor-Hill-Nationalpark“. Dahin führte eine tolle kurvige Straße mit wenig Verkehr, welche über eine Strecke von 30 km auf über 700 m Anstieg.
Was wir oben vorfanden, war sehr skurril: Zuerst einen riesigen chinesischen Hotelkomplex. Er war offensichtlich noch geöffnet. Man sah aber keine Gäste, lediglich Angestellte. Die Gebäude sind alle schon viele Jahre alt und es wurde wahrscheinlich nie etwas daran gemacht. Das alles war ein verstörender Anblick. Es war zugleich hässlich aber auch faszinierend.
Hinter dem großen Hotelkomplex steht – wahrscheinlich schon viel länger – ein kleiner alter Tempel direkt an einem steilen Abhang mit toller Aussicht zum Meer. Auch dieser Tempel war halb verfallen und ungepflegt.
Als drittes gibt es auf dem Bokor Hill eine verlassene Siedlung, welche ab 1920 von französischen Siedlern inklusive katholischer Kirche angelegt wurde. Auch hier ein ähnliches Bild: Halb verfallene Gebäude, hier aber vor vielen Jahren komplett verlassen und daher heute irgendwie unheimlich.
Wie schon oben geschrieben: Zugleich faszinierend und verstörend. Aber es machte großen Spaß überall herumzustöbern und nach Fotomotiven zu suchen.
Die Rückfahrt machte noch mehr Spaß als die Hinfahrt, da der Motorroller bergab natürlich dynamischer lief…
Auch heute verbrachten wir den Nachmittag und Abend wieder wie gestern, hatten jedoch noch eine interessante Beobachtung: Schon am Morgen wurde auf dem Hof vor einem sehr einfachen Haus, welches wir jeden Tag auf dem Weg zu und von unserem Guesthouse ein paar Mal passieren, ein ordentliches Zeltdach, mehrere Tische mit Tischtüchern und schönen Stühlen aufgebaut. Davor, halb auf dem Schotterweg, wurde ein ca. vier Meter hoher Turm aus Metallgestänge aufgebaut und mit Tüchern und Lichtern geschmückt. Als wir am Nachmittag wieder daran vorbei fuhren, stand auf ungefähr halber Höhe in diesem Turm ein Sarg. Die Tische und Stühle waren nun voll belegt mit Leuten, die in ruhiger Stimmung etwas aßen. Dazu wurde traurige Musik gespielt. Als wir nach unserem Abendessen erneut daran vorbei fuhren, war der Sarg mit einem einfachen Ofen aus Blech „umkleidet“ und brannte. Die Tische waren immer noch voll besetzt. Als wir unseren Hotelmanager darauf ansprachen bestätigte er unsere Vermutung. Wir hatten eine Trauerfeier mitsamt Einäscherung des Toten gesehen. Andere Länder, andere Sitten!

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