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Tag 27: On the road again

Wir hatten uns bewusst für eine Busfahrt von Luang Prabang in die ca. 340 km entfernte laotische Hauptstadt Vientiane entschieden. Für die Etappe hinter Vientiane haben wir bereits Flugtickets und darum wollten wir diesmal die Variante, bei der man etwas vom Land sieht. Wenn schon mit dem Bus, dann aber diesmal die teuerste Variante: Mit dem hier sogenannten „Mini-Van“. Ein Kleinbus mit ca. 15 Plätzen, angeblich am komfortabelsten und schnellsten.
Immerhin holte uns der Mini-Van fast pünktlich an unserer Unterkunft ab. Danach fuhren wir aber noch kreuz und quer durch die Altstadt von Luang Prabang um andere Fahrgäste aufzusammeln. Ein sinnvolles Muster konnte ich nicht erkennen. Nach ca. 45 Minuten waren wir wieder auf 700 m an unsere Unterkunft heran gekommen.
Dann war der Bus endlich voll und es ging auf die Landstraße. Da das Gefährt praktisch keinen Kofferraum hatte, sondern stattdessen bis an die Heckklappe mit Sitzen bestückt war, war inzwischen jede Lücke mit Rucksäcken und Taschen ausgefüllt. Bei einer Pause mussten diese erst umständlich aus dem Weg geräumt werden, um aussteigen zu können. Aber es ging irgendwie.
Das erste Drittel der Strecke führte uns hoch auf einen Bergpass, landschaftlich sehr interessant.
Oben auf dem Pass wurde für alle überraschend der Bus gewechselt. Etwas seltsame Aktion, da keiner der Fahrer Englisch konnte und daher erstmal niemand richtig wusste, was passiert.
Hinter dem Pass wurde die Straße deutlich schlechter. Immer wieder kamen lange Abschnitte Schotterpiste, die Asphalt-Abschnitte waren übersäht von Schlaglöchern aller Größen.
Nach ca. zwei Dritteln der Strecke, in einer kleinen Stadt, stiegen einige der Mitreisenden aus, danach wieder ein Buswechsel. Wir dachten nun, wir wissen wie das läuft, jedoch ging es nach dem Wechsel nicht weiter. Ein Einheimischer mit Englischkenntnissen klärte uns auf, dass es erst weiter geht, wenn der Bus voll ist. Nach und nach trafen immer mehr Einheimische ein und gesellten sich zu uns. Die neuen Fahrgäste hatten jedoch so viel Gepäck dabei, dass es ewig dauerte bis alles verstaut war. Als wir dachten, jetzt geht es endlich los, stellen wir fest, dass immer noch zwei Plätze frei waren. Also weiter warten. Endlich kam eine alte Frau und ein junger Mann. Die alte Frau schaffte es jedoch nicht über die ganzen Taschen und Rucksäcke in die hintere Reihe zu klettern. Also wieder ca. 8 Taschen raus, alte Frau rein, Taschen auch wieder rein. Nach ca. 40 Minuten ging es endlich weiter.
Die ersten beiden Fahrer waren eigentlich ganz gut gefahren, der neue Fahrer fuhr richtig schlecht! Dichtes Auffahren, überhöhte Geschwindigkeit, Überholen in den entgegenkommenden Gegenverkehr hinein… Oft wurde uns Angst und Bange. Als wir nach 9,5 Std. endlich in Vientiane aussteigen, „machten wir drei Kreuze“. Was für eine Fahrt! Nie wieder freiwillig mit einem Mini-Van!


Warnung an alle Reisenden, die von Luang Prabang nach Vientiane oder umgekehrt fahren wollen: nehmt nicht den Mini-Van! Es dauert so lange wie der Reisebus, ist unbequemer und die Fahrweise ist teilweise grauenvoll! Wir haben bei „Treasure Travel Laos“ in der Sisavangvong Road in Luang Prabang gebucht.


Erwähnenswert ist, dass an der Strecke dutzende Baustellen zu sehen waren, welche mit chinesischen Schriftzeichen beschriftet waren, eben keine laotischen.

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