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Tag 26: Ock Pop Rock

Am Vormittag sind wir mit einem Motorroller zur „Ock Pop Rock Mekong Villa“ gefahren. Dort befindet sich ein Teil der Produktion einer Firma von ca. 100 Angestellten, welche Stoffe webt. Die Firma wurde im Jahr 2000 von einer Laotin und einer Engländerin gegründet und noch heute geführt. Daher auch der Name, „Ock Pop Rock“ bedeutet „Ost trifft West“. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht laotischen Frauen faire Weberei-Jobs zu geben und traditionelle Stoffe mit traditionellen Mitteln und Prozessen herzustellen.
Zunächst waren wir überrascht, wie schön das Gelände am Mekong und die Gebäude waren. Wir waren kaum dort, da kam schon einer der Angestellten auf uns zu und machte eine sehr interessante Führung über das ganze Gelände mit uns. Wir erfuhren, wie die Seidenraupen die Seide „herstellen“ und wie sie danach gesponnen wird. Mit welchen Blättern, Holz oder Wurzeln die Seide gefärbt und mit welchen Mitteln die Farbe haltbarer gemacht wird.
Dann beginnt endlich das Weben der Stoffe. Vor Ort waren ca. 10 traditionelle Webstühle im Einsatz. Ich habe nur ungefähr verstanden, wie es funktioniert einen schlichten Stoff zu weben. Bei den wunderschönen komplexen Mustern habe ich es nicht begriffen. Man kann aber nach einer solchen Führung gut verstehen, wie der zunächst hoch wirkende Preis für die edlen Produkte zustande kommt, die hier produziert werden. Es stecken einfach viele, viele Stunden an hochqualifizierter Handarbeit darin. Und wenn die Handwerkerinnen unter vernünftigen Bedingungen zu einem fairen Lohn arbeiten, dann wird es eben teurer.
Zum Schluss saßen wir noch in einem sensationellen Baumhaus des zugehörigen Cafés und tranken mit einem unbezahlbaren Blick auf den Mekong einen Kaffee.
Danach ging es weiter zu einem ca 30 km entfernten Wasserfall. Der Wasserfall an sich war sehr ansehnlich. Wir machten auch eine schöne kurze Wanderung zum oberen Ende des Wasserfalls, inklusive Sichtung einer beeindruckenden Spinne. Jedoch war der Wasserfall so überlaufen, dass ich es nicht richtig genießen konnte.
Aber wann immer wir mit dem Motorroller über Land fahren, lohnt sich das in einer Weise, mit der man vorher so nicht gerechnet hat. Heute z. B. kamen wir zufällig an einem Fußballspiel von zwei Jugendmannschaften vorbei. Am Rand standen viele Schulkinder (Mädchen sowie Jungs) und feuerten ihre Mannschaft an. Bei den Strafraum-Szenen war das Gekreische immer so laut, dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstand. Es machte sehr viel Spaß, das zu beobachten.
Auf dem Rückweg nach Luang Prabang gerieten wir in eine Roller-Gang von Jugendlichen (wieder Mädchen sowie Jungs). Eine Weile blieb ich dran, ließ dann jedoch wieder abreißen, da sie mir einfach zu schnell fuhren. Aber für einige Minuten machte es riesig Spaß…

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