Treckingrad Transalp 2014

[Beschreibung]

Die Basis für die Strecke unserer diesjährigen Treckingbike-Tour war die MTB-Tour „Trans-Slowenia (leicht)“ von der genialen Seite Bike-GPS.com von Uli Stanciu. Diese hatte ich für unsere Bedürfnisse hier und da ein wenig abgewandelt, viel hatte ich aber nicht geändert.

In Teilen war es dann aber auch eine MTB-Tour, eben keine Tour mehr, die der durchschnittliche Treckingbike-Fahrer noch fahren will/kann. Katrins Cross-Rad mit 28″-SmartSam-Bereifung und guter Federgabel war dafür gut geeignet. Ich kam mit meinem ungefederten Treckingrad mit über 20 kg Beladung nur darum durch, weil ich von meinen MTB-Touren her eine gute Fahrtechnik im Gelände habe. Am Ende war ich aber doch erstaunt, dass mein Rad ohne Pannen (bis auf einen Platten) durchgehalten hat!

Verlauf der Tour:
1 Villach – Arnoldstein – Tarvisio – Kranjska Gora
2 Kranjska Gora – Vršič-Pass – Trenta – Bovec
3 Bovec – Kobarid – Poljubinj
4 Poljubinj – Kanal – Solkan
5 Solkan – Cerje – Lipica
6 Lipica – Socerb – Salara – Piran
7 Piran – Koper – Muggia – Triest

Die erste Etappe führte uns erst mal von Villach durch das Gailtal am Fluß Gail entlang in Richtung Westen. Die umliegenden Berggipfel waren leider von dichten Wolken umgeben. Eigentlich wollten wir bei Arnoldstein nach Süden abbiegen, um über das Dreiländereck hinüber nach Kranjska Gora zu fahren. Ein Blick auf die Wettervorhersage auf dem Smartphone zeigte jedoch, dass wir mit Gewitter rechnen mussten. Wir entschlossen uns darum, im Tal zu bleiben und um den Berg herum zu fahren. Diese Strecke war zwar kein Ersatz für den erhofften Ausblick vom Dreiländereck, aber auch ganz nett. Schnell waren wir über die Grenze nach Italien und fuhren dann auf dem Bahntrassenradweg der ehemaligen Kronprinz-Rudolf-Bahn über die Grenze nach Slowenien bis nach Kranjska Gora. Hier folgte der Höhepunkt des ersten Tages: Um 23:24 Uhr MESZ schießt Mario Götze im Estadio do Maracana in Rio de Janeiro das 1:0! Um 23:35 Uhr ist die deutsche Nationalmannschaft zum vierten Mal Fußballweltmeister!

Für den zweiten Tag war „nur“ Regen angesagt, keine Gewitter. Also fuhren wir los, hinauf zum Vršič-Pass. Auf halber Höhe kam er dann auch, der Regen. Zum Glück war er aber nicht allzu kalt und so waren wir nach ca. 2 Std. Anstieg auf dem Pass und machten eine Pause in der Hütte auf dem Pass. Auch nach einer Std. Pause regnete es immer noch unvermindert und so machten wir uns wieder auf den Weg. Erst 1000 hm tiefer hörte es auf zu regnen und es wird viel wärmer. Eine halbe Std. herrscht eine unglaublich hohe Luftfeuchtigkeit, doch dann wird das Wetter endlich richtig gut. Bald fahren wir auf kleinen Wegen an der Soča entlang und sie ist so wild und blau, wie wir es vorher gelesen hatten. Vorbei an vielen tollen Aussichten fuhren wir zu unserem heutigen Etappenziel Bovec.

Etappe 3 führte uns weiter an der Soča entlang. Über viele kleine Brücken, einige einfache Trails, durch kleine Dörfer und Höfe und immer wieder vorbei an spektakulären Aussichten auf den Fluß. Langsam wurde das Tal breiter und am Nachmittag fuhren wir über Wiesen bis zu dem Ort Tolmin. Dieser hatte nicht viel zu bieten und so machten wir uns schnell auf den Weg zu unserer gebuchten Pension Kobala. Hier genossen wir bei der inzwischen großen Hitze den Pool und wurden später von der Pensionswirtin Renata mit einem tollen Drei-Gänge-Menü verwöhnt.

Der erste Teil an Tag 4 brachte uns richtig verblockte Wege, zumindest wenn man von einer Treckingradtour ausgeht. Hier war es schon eher eine leichte MTB Tour, aber auch das machte uns für 2 oder drei Std. großen Spaß. Danach ging es zwar wieder weniger rau zu, aber der Radweg an der Soča entlang war wegen Bauarbeiten gesperrt. Ulli Stanciu hatte das in seinem Newsletter schon vorhergesagt, also wussten wir eine Alternative über den Bergrücken am rechten Flußufer. Dieser bescherte uns 400 hm zusätzlich, aber auch einen tollen Moment: Kurz hinter dem höchsten Punkt tat sich für uns völlig überraschend eine wunderschöne Aussicht auf die Ebene des Friaul auf. Wir standen minutenlang einfach da und konnten gar nicht genug von diesem Panorama bekommen. Danach war es fast nur noch eine rasante Abfahrt zu unserem Etappenziel Solkan.

Der fünfte Tag begann nach wenigen km mit einer tollen Begegnung: Südlich von Gorica fuhren wir durch den Grenzstreifen zwischen Italien und Slowenien. Seit dem 2. Weltkrieg bis Anfang der 90er verlief hier die unüberwindliche Grenze zwischen Ost und West. 2007 trat Slowenien dem Schengener Abkommen bei und die Grenze lässt sich seit dem ohne Kontrollen frei passieren. Auf dem breiten Grenzstreifen sind heute viele Obst- und Gemüsegärten entstanden in denen ein reges Treiben herrschte. Bei einer kleinen Fotopause kam eine ältere Frau auf uns zu. Es stellte sich heraus, dass sie kein Deutsch oder Englisch konnte und wir sprechen natürlich kein Slowenisch aber mit ein paar Brocken Italienisch aber machte sie uns klar, dass sie uns Pfirsiche aus ihrem Garten schenken wollte. Wir bedankten uns vielmals (auch auf italienisch) und wollten schon weiter fahren, als sie wieder hinter uns her kam und uns noch Gemüse bringen wollte. Wir konnten zwar kaum mit ihr reden, aber wir merkten, dass sie sich sehr über uns freute. Wahrscheinlich deshalb, weil es heute so einfach möglich ist, mit dem Rad zwischen den Ländern hin und her zu fahren, wo früher Wachposten mit Gewehren standen. Auch das ist die EU!
Weiter ging es hinauf auf den Berg Cerje mit dem Monument für den Frieden und einem tollen Blick zurück auf die Julischen Alpen. Die Hitze wurde jetzt immer größer und dazu passend fuhren wir nun für den Rest des Tages durch die hügelige Region des Karst, eine Landschaft mit steinigem und unfruchtbaren Boden. Am späten Nachmittag kamen wir an unserem Etappenziel, dem Ort Lipica an. Eine seltsame Kombination von Gestüt (der Ursprung der bekannten Lipizaner), Golfplatz und Spielkasino. Mehr gab es hier nicht…

ToDo: Tag 6: Verfahren, Blick von Burg Socerb über Triest auf die Adria, Getränk in Pobegi, Anstieg nach Gazon in Hitze, Ausblick auf Koper, Isola und nach Piran, Trails am Steilufer, Salinen, Ankunft in Piran auf dem Tartini-Platz

Nach zwei Tagen Erholung in Piran mit viel gutem Essen, Baden in der erfrischenden Adria und dem Einen oder Anderen Spritz Aperol in einer der zahllosen Bars in der Piraner Altstadt, machten wir uns wieder auf den Weg zur siebten Etappe. Erst ging es an der Adria-Küste entlang nach Portorož, von dort weiter auf dem schönen Bahntrassenradweg „Parenzana“, welcher mit leichten Steigungen, oft durch Weinberge, später wieder direkt an der Küste entlang, erst nach Koper führt und dann über die Grenze zu Italien in den kleinen Hafenort Muggia. Von dort wollten wir eigentlich eine Fähre bis nach Triest nehmen, diese sollte jedoch erst nach 2,5 Std. fahren. Kurzentschlossen fuhren wir mit den Rädern weiter, von nun an leider auf verkehrsreichen Straßen durch die Vororte von Triest, bis wir schließlich im Zentrum unser nächstes und auch endgültiges Ziel unserer Tour erreichten.

Höhepunkte aus meiner Sicht:
– Panorama am Vršič-Pass
– Unzählige tolle Blicke auf die wilde Soča
– Panorama über das Friaul
– Trails am Steilufer zwischen Isola und Piran
– Unser Zielort Piran

[Karte]

[Höhenprofile]







[Statistik]

DatumStreckeAnstiegDauer
13.07.201452,9 km623 hm06:01 Std.
14.07.201447,0 km1031 hm07:25 Std.
15.07.201441,5 km447 hm06:11 Std.
16.07.201444,9 km937 hm06:51 Std.
17.07.201457,7 km842 hm08:06 Std.
18.07.201463,7 km976 hm08:54 Std.
19.07.201457,5 km417 hm05:58 Std.
Summe365,2 km5282 hm49:26 Std.

[GPS-Track]

Die Planung unserer Route basierte auf dem genialen Bike-GPS Tourenplaner vom ‚MTB Hall of Fame‘-Mitglied Uli Stanciu.
*.gpx-Datei.