Routeburn Track

Nach gemütlichem Frühstücken und Packen fuhren wir mit einem Shuttle bei bestem Wetter (endlich wieder!) die spektakuläre Milford Sound Straße (State Highway 94), u.a. durch den Homer Tunnel, ca. eine Stunde nach Südwesten bis zur “Devide“, mit 513 m der niedrigste Ost-West-Pass der südlichen neuseeländischen Alpen. Dies war der Start für unsere vierte und letzte Wanderung, den Routeburn Track.
Bevor es richtig los ging, konnten wir am Parkplatz erst mal eine kleine Gruppe Keas beobachten. Bestimmt fünf Vögel flogen von Baum zu Baum und machten dabei mit ihren lauten Schreien einen ordentlichen Lärm. Der Weg ging am Anfang gleichmäßig nach oben, nach kurzer Zeit waren wir schon am Abzweig für einen Abstecher auf den Key Summit. Dieser Abzweig war zwar sehr steil, aber oben angenommen wurden wir mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Drei Täler und jede Menge schneebedeckte Gipfel. Wahnsinn!

Nachdem wir uns von der Aussicht gelöst und wieder runter zum Hauptweg gegangen waren, ging es weiter bis zur Lake Howden Hut, wo wir erst mal gemütlich Mittag machten. Danach ging der Weg weiter nach oben durch einen wunderschönen Silver Beech Wald bis zum Earland Falls. Nach den Regenfällen der letzten Tage mussten wir uns für den Weg am Wasserfall vorbei unsere Regenponchos anlegen, um nicht wieder klitschnass zu werden. Jetzt ergaben sich immer wieder tolle Ausblicke in das Hollyford Valley und die gegenüber liegenden Darran Mountains. Nach 13 km waren wir an unserem Ziel, der Hütte am Lake Mackanzie, angelangt. Hier gingen wir inzwischen sehr routiniert dem normalen Hüttenalltag nach: Bett suchen, gemütlich einrichten, sich und die Wäsche waschen, kochen und essen. Danach machten wir noch einen kleinen Spaziergang am See zum nahe gelegenen Zeltplatz und genossen die tolle Landschaft.

[ Bilder ]

Der zweite Tag fing wieder mit einem Aufstieg durch einen fantastischen Silver Beech Wald an. Wir waren nicht sehr schnell, da wir die tolle Atmosphäre genossen und viele Fotos machten. Nachdem wir übe die Baumgrenze geklettert waren, konnten wir zurück auf die Mackenzie Hut und den See blicken, auch hier wieder viele, viele Fotos.Etwas später gingen wir hoch über dem Hollyford Valley als Wolken aufzogen und es immer wieder anfing zu regnen. Der Regen war nicht stark, aber die Sicht war durch die Wolken manchmal eingeschränkt. Am höchsten Punkt der Tour, dem Harris Saddle, angekommen, regnete es stärker und die Sicht war richtig schlecht geworden. Das war sehr schade, denn von hier hätte man einen Abstecher auf den Gipfel des Conical Hill machen können. Bei der schlechten Sicht aber sinnlos. Also machten wir uns nach einer Pause im Shelter wieder auf den Weg, jetzt auf der anderen Seite des Saddle erst am Lake Harris vorbei, dann meist steil nach unten. Nach ca. einer Stunde kamen wir an unserem Tagesziel, der Routeburn Falls Hut an. Sie war spektakulär am Hang gelegen und hätte ohne Nebel bestimmt eine tolle Aussicht von der Veranda gehabt. So freuten wir uns über den vom Kaminofen geheizten Aufenthaltsraum und machten es uns bei einer Tasse Kaffee gemütlich. Der Kaffee war noch nicht ganz ausgetrunken, da rissen die Wolken auf und die Sicht wurde besser.

Schließlich zog ich mich wieder um, und machte mich alleine erneut auf den Weg. Es war erst 14:30 Uhr und es gab noch eine Chance auf Aussicht vom Gipfel des Conical Hill. Ohne schweren Rucksack wirkte es, als könnte ich fliegen. Ok vielleicht zwei Minuten, dann musste ich ein wenig langsamer machen, da die Luft knapp wurde. 😉 Schon nach einer Stunde stand ich auf den Gipfel und konnte jetzt als Belohnung die beste Aussicht des Tages genießen. Man konnte das Hollyford Valley bis zur Tasmanischen See hinunter blicken. Ein dünner Streifen Strand war klar zu erkennen. Außerdem waren jetzt unzählige schneebedeckte Gipfel in allen Richtungen zu sehen. Nach ein paar Minuten allein auf den Gipfel kamen von unten her wieder Wolken ins Sichtfeld. Innerhalb von ein paar Minuten war kaum noch etwas zu erkennen. Erstaunlich wie schnell das in den Bergen geht. Ich hatte meine Aussicht gehabt und machte mich wieder an den Abstieg. Nach ca. einer weiteren Stunde saß ich wieder glücklich und zufrieden in der Hütte und machte mit Kati zusammen Abendessen.

Am Morgen des dritten Tages wachte Kati mit Schmerzen im rechten Knie auf. Nicht gut! Wir machten uns nach dem Frühstück und Packen trotzdem auf den Weg, was blieb uns auch anderes übrig. Es war wieder bestes Wetter und nach den ersten 200 hm nach unten kamen wir an der Routeburn Flats Hut vorbei. Wieder ein sensationeller Ausblick über die Ebene, dem Routeburn River und die dahinter liegenden Berge. Dann ging es weiter durch den Wald, meist am Fluss entlang, der sich lautstark seinen Weg ins Tal suchte. Nach ca. drei Stunden hatten wir das Ziel erreicht. Die vierte, und wahrscheinlich schönste Wanderung lag hinter uns, wir hatten vier Great Walks bewältigt! Ein super Gefühl es geschafft zu haben, gleichzeitig aber auch ein trauriges Gefühl, da es nun zu Ende war.

Die Fahrt mit dem Shuttle zurück nach Queenstown führte uns noch durch ein schönes Tal (Drehort von Isengart im Herr der Ringe) und den niedlichen Ort Glenorchy. Dann waren wir endlich in unserer Lodge, wo wir die nächsten zwei Nächte verbringen wollten.

Verlauf der Tour:
1 Milford Sound – Shuttle nach The Devide – Key Summit – Mackenzie Hut
2 Mackenzie Hut – Harris Saddle – Routeburn Falls Hut
3 Routeburn Falls Hut – Routeburn Flats Hut – Routeburn

Höhepunkte aus meiner Sicht:
– Aussicht vom Key Summit
– Landschaft an der Mackenzie Hut
– Aussicht vom Conical Hill

[Karte]

[Höhenprofile]



[Statistik]

DatumStreckeHöhenmeterTiefenmeterDauer
12.12.201714,38484895:44
13.12.201710,75815165:17
14.12.201710,01125843:17
Summe351541158914:18

[GPS-Track]

*.gpx-Datei.