Abel Tasman Coastel Track

Sehr früh machten wir uns mit den gepackten Rucksäcken auf den Weg zum Bus. Wir hatten spontan für die Nacht nach unserer anstehenden Wanderung die gleiche Unterkunft gebucht wie die letzte Nacht vor der Wanderung und konnten wieder einige Sachen in der Unterkunft lassen. Darum waren die Rucksäcke nicht zu schwer. Der Bus brachte uns in ca. 1,5 Stunden bis Marahau, dem Start des Abel Tasman Coastal Track.

Bereits um 9:00 Uhr konnten wir in nördlicher Richtung loswandern. Der Track ging meist nahe dem Meer, der Tasman Bay, entlang. Schon bald kamen wir zum ersten kleinen Strand, dann ging es weiter über den nächsten Hügel. Dahinter wieder eine schöne Bucht mit traumhaftem Stand. Dies wiederholte sich etliche Male. Schon nach 3,5 Stunden waren wir an unserem Ziel für den Tag, der Anchorage Hut. Eine schöne Hütte, 20 m vom Traumstrand entfernt. Nach dem Mittag erkundeten wir die Gegend, gingen den Strand bis zum einen und zum anderen Ende und waren auch einmal kurz schwimmen. Das Wasser war aber ziemlich kalt. So verging der Nachmittag schnell. Danach kochten wir zum ersten Mal auf dem eigenen Kocher, die Hütten auf dem Abel Tasman Track haben keine. Danach noch eine Stunde lesen in der Jacke eingepackt am Strand und dann früh ins Bett. Es dauerte aber noch eine ganze Weile, bis wir schlafen konnten. Auf dieser Route werden wir alle drei Nächte mit einer Kindergruppe auf den Hütten verbringen. Nicht ganz so ruhig, wie unsere Gruppe aus Melbourne auf dem Tongariro Northern Circuit, aber eigentlich auch ganz lustig.

Am nächsten Morgen, man ahnt es, wieder früher Aufbruch. Diesmal, da wir den Low Tide Crossing über die Torrend Bay nehmen wollten. Das ist nur bis zu zwei Stunden nach dem Tiefstand des Wassers möglich und das war um 6:13 Uhr. Nach einem kurzen Weg am Strand und über einen kleinen Hügel betraten wir die matschige Fläche. Die Querung war größtenteils gut machbar, nur ein paar knietiefe kleine Bäche mussten noch passiert werden. Es gelang uns aber ohne Probleme und so waren wir bald auf der anderen Seite der Bucht. Die Wanderung war wieder wie am ersten Tag, abwechselnd ging es durch dichten Urwald und dann wieder an einem Strand oder einer Bucht entlang. Nach der abermals frühen Ankunft an der Bark Bay Hut gingen wir wieder baden. Diesmal aber länger als am Vortag. Gerade bei aus der Bucht ablaufendem Wasser machte es Spaß, sich in den dabei entstandenen Strömungen aus der Bark Bay treiben zu lassen. Das Wasser war auch deutlich wärmer als im offenen Meer. Am Abend saßen wir noch lange vor der Hütte und schauten den Kindern beim Spielen zu und unterhielten uns mit unseren Mitbewohnern.

Am dritten Tag unserer Wanderung konnten wir eigentlich ausschlafen, aber die Kinder machten ab 5:30 Uhr Lärm. Also wieder früher Aufbruch, diesmal ohne Not. Die dritte Etappe verlief ähnlich wie die ersten zwei, jedoch stand irgendwann ein Wegweiser am Weg: „Caffee, 10 minutes“. Ein kurzer Blick zu Kati, ohne Worte bogen wir ab. Ca. 20 Minuten später genossen wir einen richtigen Kaffee und einen Muffin, herrlich! Zurück zum Track hatten wir auf der Karte eine Abkürzung gesehen. Durch diese waren es nur noch 1,5 flache km zum Tagesziel. Nach einem km jedoch standen wir wieder vor einem Inlet voller Wasser. Kein durchkommen! Also außen rum durch die Büsche. Dabei wurde es aber immer steiler und die Büsche immer dichter. Am Ende dauerte es ca. 30 Minuten bis wir schweißüberströmt und jeder mit zwei oder drei blutigen Kratzern wieder auf dem Track stranden. Tolle Abkürzung…

[ Bilder ]

Durch unseren frühen Aufbruch waren wir trotzdem schon wieder um 13:00 Uhr am Ziel der dritten Etappe, der Awaroa Hut. Nur der Holländer, den wir schon aus den letzten zwei Hütten kannten, war schon da, sonst lag die Hütte noch einsam und verlassen am Strand des Awaroa Inlets. Das ist eine Bucht, die nur bei Ebbe passierbar ist. Und im Gegensatz zu den anderen Buchten gibt es hier keine Alternative. Wir suchten uns gute Betten aus und setzten uns dann vor die Hütte. Mit der Zeit kamen immer mehr Wanderer an der Hütte an, ein Großteil davon wollte noch weiter zur nächsten Hütte. Das ging aber noch nicht, da im Awaroa Inlet noch viel zu viel Wasser stand. Die Gruppe der Wartenden wurde immer größer und auch am gegenüber liegenden Ufer fanden sich immer mehr Wanderer ein. Eine lustige Diskussion ging los, wann man den Aufbruch wagen könnte. Irgendwann machte sich endlich ein Mutiger auf den Weg. Bestimmt zehn weitere Wanderer, welche auch warteten, schauten gespannt zu. Man sah aber bald, dass der Mutige bis über die Hüfte im Wasser verschwand, es hieß also für die anderen noch 20 Minuten warten. Irgendwann dann der große Aufbruch: Innerhalb von fünf Minuten waren alle Wartenden von unserer und von der anderen Seite gestartet. Ein tolles Schauspiel, eine tolle Stimmung! Den Rest des Abends verbrachten wir wie immer mit Kochen, Spazieren und Unterhalten.

Die vierte und letzte Etappe startete mit dem Durchwaten des Awaroa Inlets. Heute morgen war um 7:27 Uhr der Tiefstand des Wassers und wir hatten danach noch 2 Stunden. Kein Problem also, perfekter Slot. Nach dem Frühstück und Packen machten wir uns in Crocks auf den Weg. Zwei oder drei mal mussten wir durch knietiefe Bäche waten, ein paar matschige Felder durchqueren, aber alles kein Problem. Auf der anderen Seite der Bucht die Wanderschuhe an und weiter ging’s. Die vierte Etappe führte uns noch einmal über tolle Wege am Steilufer entlang, durch dichte Wälder mit tollen Bäumen und dann wieder an Buchten mit Traumstränden, die wir oft für uns allein hatten. Noch einmal ein toller Abschluss der Wanderung. Um 11:00 Uhr, eine Stunde zu früh, waren wir an unserem Ziel, Totaranui. Hier futterten wir alles, was der Rucksack noch hergab, bevor uns um 12:15 Uhr ein Wassertaxi abholte. In einer Stunde ging es damit in rasanter Fahrt an den Start der Wanderung zurück.

Bei einem kalten Bier in Marahau waren wir uns einig, dass es eine sehr lohnende besondere Wanderung war. Tolle Strände, tolle Wälder, immer wieder super Aussichten und wir haben viele Vögel und auch Robben gesehen. Jetzt warten wir gerade auf den Bus zurück nach Nelson und freuen uns schon auf eine Pizza heute Abend!

Verlauf der Tour:
1 Marahau – Anchorage Hut
2 Anchorage Hut – Torrent Bay – Bark Bay Hut
3 Bark Bay Hut – Awaroa Lodge – Awaroa Hut
4 Awaroa Hut – Totaranui

Höhepunkte aus meiner Sicht:
– Strände/Buchten
– Wälder/Bäume
– Vögel
– Atmosphäre an der Awaroa Hut

[Karte]

[Höhenprofile]




[Statistik]

DatumStreckeHöhenmeterTiefenmeterDauer
21.11.201712,92682654:03
22.11.20179,43162493:44
23.11.201715,45535426:07
24.11.20177,42622062:30
Summe45,11399126216:24

[GPS-Track]

*.gpx-Datei.